Der deutsche Film-, Theater- und Opernregisseur Christoph Schlingensief wohnte trotz Krebserkrankungen jüngst der Grundsteinlegung seines Operndorfs in Afrika bei. Das Wahnsinnsprojekt wird außerhalb von Ouagadougou, der Hauptstadt des kleinen westafrikanischen Staates Burkina Faso realisiert.
Zunächst stieß das ehrgeizige Projekt auf viele Skeptiker, da es angesichts der Lage des Staates doch zweifelhaft ist in wie weit ein Opernhaus den dortigen Einwohnern, die größtenteils nicht einmal wissen was eine Oper ist, Nutzen stiften kann. Daher beschloss man weitere lebensnotwenige Einrichtungen und Infrastruktur zu schaffen, sodass der Plan für ein ganzes Dorf für die Oper entstand. Es soll ähnlich wie ein traditionelles afrikanisches Dorf aus kleinen Modulen um einen zentralen Platz herum aufgebaut werden.
Im Januar 2010 war Baubeginn in Ouagadougou, Anfang Februar Grundsteinlegung. Die Entwürfe für das Festspieldorf kombinieren traditionelle Lehmbauweise mit modernem, innovativem Stahlbau. Im Kern der Anlage steht eine große Bühne, das eigentliche Festspielhaus, das circa 500 Zuschauer fassen soll und mit dessen Bau ab März begonnen werden soll. Um die Bühne dann entwickelt sich spiralförmig ein ganzes Ensemble. Der Theaterraum ist eine multifunktionale Hülle, die für Vorstellungen und Versammlungen verschiedenster Art genutzt werden kann. Um ihn herum wurde bereits mit dem Bau einer Schule mit angegliederter Film- und Musikklasse begonnen, in der die Möglichkeit einer musischen und künstlerischen Erziehung gefördert werden soll. Eine Krankenstation als Notfallstation soll bald vielen ohne das nötige Kleingeld eine medizinische Behandlung ermöglichen. Anbauflächen für Selbstversorgung, ein selbst betriebenes Restaurant, Künstlerwerkstätten, das digitale Archiv und vieles mehr wird im Laufe der Zeit hinzukommen.
Die Bauleitung liegt bei Francis Kéré, einem in Burkina Faso geborenen Häuptlingssohn, der bereits für den Schulbau in seinem Heimatort mit dem renommierten Aga-Khan-Preis ausgezeichnet wurde.

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