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Presseinformationen über die neue Klassik-Plattform: Interview

myclassicworld.com ist eine deutsch- und englischsprachige Internet-Plattform, die klassische Musik - weltweit - zum Hören und kostenlosen Downloaden anbietet. myclassicworld.com wird zum 1. September 2008 für die Öffentlichkeit freigeschaltet. Die Internet-Plattform wird von der Communications World Global Network S.A. mit Sitz in Brüssel betrieben.
Das Konzept wurde im Wesentlichen von Jeanot Pelzer-Melzner erdacht. Er berät seit nahezu 20 Jahren Medien- und Technologieunternehmen, allen voran die Deutsche Telekom bei Konzeption, Entwicklung und Vermarktung von Innovationen, insbesondere im Umfeld der neuen Medien.
Gemeinsam mit Klassik-Liebhabern wie zum Beispiel Dr. Peter Gloystein, der zum Vorstand der Commerzbank AG und der BHF-BANK gehörte, Senator für Wirtschaft und Kultur in Bremen war und der aktuell in mehreren Exekutiv- und Beratungsgremien im Finanz- und Kulturbereich führend tätig ist, hat Jeanot Pelzer-Melzner es sich zur Aufgabe gemacht, die klassische Musik ins multimediale Zeitalter zu führen und Hemmschwellen im Zugang zur klassischen Musik abzubauen.
Zusammen mit dem Chefredakteur von myclassicworld.com, dem Journalisten Axel Brüggemann, beantwortet Jeanot Pelzer-Melzner wichtige Fragen zu myclassicworld.com.

 

Herr Pelzer-Melzner, warum wollen Sie der Welt die Klassik schenken?

Pelzer-Melzner: Uns geht es darum, Hemmschwellen, die gegenüber der Musik bestehen, so gering wie möglich zu halten. Deshalb hatten wir die Idee, klassische Musik nicht nur kostenlos anzubieten, sondern sie auch zu erklären. Wir wollen die interessierten Hörer an die Hand nehmen, um sie in eine der spannendsten Welten zu entführen. Dabei sind Kosten und Anmeldungen nur im Wege. Wer myclassicworld.com besucht, soll mit möglichst wenigen Klicks direkt zum Wesentlichen kommen: Zur Musik.

Aber irgendjemand muss die Seite doch bezahlen?

Pelzer-Melzner: Wir sind zunächst einmal in Vorleistung getreten, weil wir an die Sache glauben: Wir haben mehrere Musikkataloge gekauft, die Seite so entwickelt, dass sie möglichst einfach zu handhaben ist und versucht, ein Forum aufzubauen, in dem Klassikfans und solche, die es werden, sich einfach wohlfühlen können. Wir versprechen uns von myclassicworld.com eine Beflügelung des gesamten Klassik-Marktes, der Konzert- und Opernlandschaft so wie des CD- und DVD-Marktes. Zudem ist ja zu beobachten, dass Klassik immer populärer wird. Wenn man sich fragt, warum das so ist, ist für mich die schlüssigste Antwort, dass diese Musik Werte verkörpert, die heute, insbesondere in unserer hektischen Welt, selten geworden sind: Die Zeitlosigkeit, die Muße, die Ruhe, die Sammlung. Und hier wird Klassik natürlich auch für Sponsoren interessant. Unsere Seite funktioniert, weil einige Premium-Marken den Reiz und die Faszination der Klassik für ihre Marken erkannt haben. Sie sind gern bereit, ihren Kunden und der Welt die Klassik zu schenken - und das tun sie, indem sie als Sponsoren unserer Download-Channels auftreten.

Bei soviel kostenlosen Inhalten muss die Plattform doch mit Werbung voll gestopft sein...?

Pelzer-Melzner: Nein, denn es geht uns darum, eine klare, schöne Seite zu präsentieren, auf der sich die Benutzer wohl fühlen. Das Internet ist voll von Werbung, überall begegnen Ihnen Banner, Pop-Ups und sonstiger medialer Schnick-Schnack - und ich glaube, dass all diese Dinge vom Wesentlichen ablenken. Von der Musik, von den Videos und von unseren Texten. Sie sind das Zentrum von myclassicworld.com. Und das soll auch so bleiben. Unsere Sponsoren schätzen diese Sichtweise und unterstützen uns darin, diesen Anspruch aufrecht zu halten.

Wie genau kann man sich den redaktionellen Kontext vorstellen?

Axel Brüggemann: Der Musikjournalismus hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. Die klassischen Rezensionen sind weitgehend verschwunden - Geschichten über Musiker, die einzelnen Stücke und die Leidenschaft am Musizieren sind immer wichtiger geworden. Es ist zu merken, dass viele Menschen Interesse daran haben, sich ernsthaft mit der Musik auseinander¬zusetzen, aber nicht genau wissen, wo sie anfangen sollen. Und das wollen wir auf myclassicworld.com abbilden. Neben Einführungen zu einer Vielzahl an Musiktiteln - in Textform und im MP3-Format - bieten wir auch täglich aktuelle Nachrichten. Dabei ist es uns wichtig, dass besonders die Musiker zu Wort kommen - sie sollen in Blogs, in Interviews oder in eigenen Beiträgen ihre Leidenschaft für die Musik erklären und das Publikum anstecken.
Pelzer-Melzner: Wir suchen einen Zugang zur Musik, der auf der einen Seite unterhaltsam ist, auf der Anderen aber auch anspruchsvoll. Er soll das abbilden, worum es in der Musik eigentlich geht: Den Spaß an der Ernsthaftigkeit.

Das Klassik-Publikum gilt im Allgemeinen als überaltert - haben Sie keine Angst, dass Ihre Zielgruppe noch gar nicht im Internet ist?

Axel Brüggemann: Ich halte beide Thesen, die Sie aufstellen für grundweg falsch. Zum Einen ist zu beobachten, dass das Publikum gerade in Konzerten und in der Oper wieder jünger wird. Es ist ein normaler Vorgang der Menschwerdung, dass man sich mit 30 oder 40 Jahren wieder an neuen Werten orientiert - und diese Werte bietet die klassische Musik. Außerdem belegen verschiedene Studien, dass besonders ältere Menschen inzwischen das Internet ‚geentert' haben. myclassicworld.com kann beide Tendenzen auffangen: Wir können ein junges, neues Publikum begeistern, das im Internet zufällig auf uns stößt, weil es hier legal kostenlose Musik bekommt und wir können die Nachfrage eines älteren Publikums in einem neuen Medium befriedigen. Es gibt für mich keinen Zweifel daran, dass die Zukunft der Klassik auf zwei Feldern liegt: Auf der Bühne und im Internet.
Pelzer-Melzner: Ich finde die Idee auch deshalb bestechend, weil myclassicworld.com es schaffen könnte, ein Publikum zu interessieren, das wirklich neu für die Klassik ist. Mein Traum ist es, dass in einer Schulklasse zum Beispiel „Die Moldau" durchgenommen wird und die Schüler bei uns sofort die Musik bekommen - dass sie, ohne Geld in die Hand zu nehmen, hören können, worüber sie im Musikunterricht sprechen. Es ist doch ein Frevel, dass kein anderer Unterricht in Deutschland so oft ausfällt wie Musik - bei uns können Schüler in „ihrem Medium" praktisch hören, wie spannend dieses Fach sein kann. Und wir stellen uns auf ihre Hörgewohnheiten ein: Bei „itunes" laden sie ihren aktuellen Popsong herunter, bei uns die Klassik, die ihnen gefällt - und das auch noch in der augenblicklich bestmöglichen Qualität. Wir haben sämtliche Stücke mit hochklassigen Codierungsprogrammen bearbeitet und bieten Streaming und Download in der höchst verfügbaren Qualität an - das sind augenblicklich 320 kbps.

Haben Sie keine Angst, dass Plattenlabels protestieren werden, weil Sie die Klassik verschenken und ihr dadurch den Wert nehmen?

Pelzer-Melzner: Was ist Klassik wert, zu der grundsätzlich ein Zugang fehlt? Ich glaube, dass myclassicworld.com für viele - insbesondere für die Klassik-Einsteiger, eine erste Anlaufstation ist - eine Orientierungshilfe. In unserem redaktionellen Konzept planen wir Vergleiche unterschiedlicher Interpreten, wir stellen CDs der großen Labels vor, berichten über die aktuellen Opern- und Konzert-Trends. Und dabei arbeiten wir ja schon mit der Musikindustrie zusammen, die uns die DVDs zur Verfügung stellt. Ich bin sicher, dass es nicht lange dauern wird, bis unsere Besucher sich die Welt der Klassik so weit erschlossen haben, dass sie neugierig werden, was auf der anderen Seite passiert: Sie möchten Klassik live erleben, sie besuchen Konzerte und Opern; sie möchten die Neuerscheinungen der Labels besitzen; und sie möchten hören, wie sich ein Stück von unterschiedlichen Interpreten anhört.
Mein Wunsch ist es, dass myclassicworld.com nur der Anfang einer Reise in die unendliche Welt der klassischen Musik ist - und dass diese Seite die gesamte Branche beflügeln wird.
Axel Brüggemann: Wir kennen dieses Prinzip doch von uns selbst. Ich habe begonnen, mich für Klassik zu interessieren, weil bei meinem Vater im Arbeitszimmer so viele Platten herumstanden, die ich einfach hören konnte. Und ich glaube, dass ich mehr Menschen für die Klassik begeistert habe, weil ich ihnen eine CD geschenkt habe als durch all meine Texte. Was ich sagen will, ist, dass es wichtig ist, erste Impulse zu setzen - die Menschen an eine Kunst heran¬zuführen, von der sie vielleicht denken, dass sie kompliziert sei. Wir müssen sie durch Begeiste¬rung packen. Und der Rest kommt dann von ganz allein.