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O wär im Februar doch auch,
Wie`s ander Orten ist der Brauch
Bei uns die Narrheit zünftig!
Denn wer, so lang das Jahr sich mißt,
Nicht einmal herzlich närrisch ist,
Wie wäre der zu andrer Frist
Wohl jemals ganz vernünftig.
Theodor Storm (1817-1888)

Stimmen Sie sich mit dem Download des „Karneval der Tiere" auf die 5. Jahreszeit ein.

Das Werk für Kammerorchester komponierte Camille Saint-Saëns (1835 - 1921) im Januar 1886 in einem kleinen österreichischen Dorf. Inspiriert wurde er durch ein Konzert, das der damals bekannte Cellist Charles Lebouc alljährlich am Fastnachtsdienstag gab. Am 9. März 1886 wurde der „Karneval der Tiere", mit Camille Saint-Saëns und Louis Diémer als Pianisten, erstmals aufgeführt.


Die vierzehn Nummern des Karneval der Tiere bilden eine wahrhaft illustre Menagerie, denn neben diversen Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Fischen zählen ironischerweise auch die Fossilien und die Pianisten zu den portraitierten Tieren. Mit Kammerorchester und zwei Klavieren führt Saint-Saëns durch die sehr eigenwillig und ungewöhnlich instrumentierten Stücke. Und er begnügt sich nicht damit, den Gang, die Stimme oder das Gebaren verschiedener Tiere musikalisch zu charakterisieren, sondern er läßt auch andere Komponisten und sich selbst in Maskierung auftreten. So enthält der Karneval der Tiere zahlreiche Zitate und Anspielungen auf eigene Werke und parodierte zudem mehrere seiner Berufskollegen wie Jacques Offenbach bei den „Schildkröten", Rossini bei den „Fossilien" und Berlioz beim „Elefanten".

Nach insgesamt drei Konzerten verbot Saint-Saëns jede weitere Aufführung sowie die Drucklegung seines Karnevals strikt, da er um seinen Ruf fürchtete und auch niemanden beleidigen wollte. Im Februar 1922, nach seinem Tod, wurde die erste posthume Aufführung dirigiert, Auftakt einer bis heute ununterbrochenen Reihe von Erfolgen, wobei sich die Sinfonie insbesondere bei Kindern großer Beliebheit erfreut.


Die "Introduction et marche royal du Lion" stellt den Einzug der Tiere in eine Arena dar, im Mittelteil ist mehrfach deutlich der König der Tiere zu vernehmen, der mit raunendem Grollen sein Maul aufreißt. "Poules et coqs" werden im nächsten Stück durch die Streichinstrumente vorgestellt. Wildes Gezeter lässt den Gedanken an eine Schar pickender und streitender Hühner zu. Die Darstellung der "Hémiones" bezieht sich in ihrem Wesen auf Fluchttiere deren Läufe durch die Klaviere intoniert werden. "Tortues" persifliert wie bereits erwähnt den bekannten "Can-Can" von Jacques Offenbach wenn dieser müde und schleppend von den Streichinstrumenten präsentiert wird. Mit "L'Elephant" karikiert Saint-Saëns das Ballett "La Sylphide" von Hector Berlioz, welches als eines der Schlüsselwerke der romantischen Ballettkomposition gilt. Die Musik hierzu ist von Saint-Saëns zur Plattitüde verfremdet worden und der Kontrabass trägt dazu bei, dass die Darbietung des Elefantentanzes trampelig und unbeholfen daherkommt. Die "Kangourus" werden von den zwei Klavieren vorgestellt und sind in ihrer hüpfenden Art unschwer zu erkennen. Im nächsten Stimmungsbild "Aquarium" soll das Klavier sanft bewegendes Wasser mit aufsteigenden Luftblasen musikalisch darstellen. Die typischen Eselsschreie der "Personnages à longues oreilles" werden von den Violinen präsentiert. Auch der "coucou au fond de bois" ist in einem Stimmungsbild vertreten. Die ruhige Musik steht für die Atmosphäre eines unbelebten Waldes, aus der Entfernung ist immer wieder der Ruf des Kuckucks, intoniert durch eine Klarinette, zu vernehmen. Ganz anders präsentiert sich die "Volière". Lebhaft geht es in dem Vogelkäfig zu, ein Stück, das ganz auf die Querflöten und Piccoloflöten zugeschnitten ist, die ein fröhliches Vogelgezwitscher imitieren. Bei den "Pianistes" lässt Saint-Saëns, der selbst ein hervorragender Klaviervirtuose war und zahlreiche anspruchsvolle Klavierwerke sowie fünf Klavierkonzerte komponiert hat, Eichhörnchen Tonleitern exerzieren. "Fossiles" beschwört mit einer wirbelnden Melodie auf einem Xylophon den Eindruck von tanzenden Knochentieren. "Le Cygne" ist das einzige Stück aus dem "Karneval der Tiere", zu dem Saint-Saëns zu seinen Lebzeiten gestanden hat. Ein prachtvoller Schwan gleitet auf einem See dahin, bevor im "Finale" noch einmal alle Tiere zusammen antreten.

Camille Saint-Saens, Carnival of the Animals, Introduction and Royal March of the Lion

Licata, Andrea Royal Philharmonic Orchestra

Camille Saint-Saens, Carnival of the Animals, Hens and Cocks

Licata, Andrea Royal Philharmonic Orchestra

Camille Saint-Saens, Carnival of the Animals, Wild Asses

Licata, Andrea Royal Philharmonic Orchestra

Camille Saint-Saens, Carnival of the Animals, Tortoises

Licata, Andrea Royal Philharmonic Orchestra

Camille Saint-Saens, Carnival of the Animals, The Elephant

Licata, Andrea Royal Philharmonic Orchestra

Camille Saint-Saens, Carnival of the Animals, Kangaroos

Licata, Andrea Royal Philharmonic Orchestra

Camille Saint-Saens, Carnival of the Animals, The Aquarium

Licata, Andrea Royal Philharmonic Orchestra

Camille Saint-Saens, Carnival of the Animals, Persons with Long Ears

Licata, Andrea Royal Philharmonic Orchestra

Camille Saint-Saens, Carnival of the Animals, Cuckoo in the Heart of the Wood

Licata, Andrea Royal Philharmonic Orchestra

Camille Saint-Saens, Carnival of the Animals, The Aviary

Licata, Andrea Royal Philharmonic Orchestra

Camille Saint-Saens, Carnival of the Animals, Pianists

Licata, Andrea Royal Philharmonic Orchestra

Camille Saint-Saens, Carnival of the Animals, Fossils

Licata, Andrea Royal Philharmonic Orchestra

Camille Saint-Saens, Carnival of the Animals, The Swan

Licata, Andrea Royal Philharmonic Orchestra

Camille Saint-Saens, Carnival of the Animals, Finale

Licata, Andrea Royal Philharmonic Orchestra
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